Hilfe beim Restaurantbesuch und Auswärts essen

Ratgeber beim Restaurantbesuch und auswärts essen – So triffst du die richtige Wahl

von Fitnesskoch Carmine Stillitano | IQs Kitchen

„Hilfe, ich bin gerade sooooo gut dabei. Ich bin total motiviert und meine Diät läuft ausgezeichnet und jetzt steht unerwartet ein Essen im Restaurant an: WAS SOLL ICH BLOß MACHEN?“

Restaurantbesuche und auswärts essen, speziell in der Diät, sind für viele Menschen eine psychische Herausforderung, die bereits im Vorfeld panische Angstzustände auslösen kann. Vor allem der Kontrollverlust macht vielen zu schaffen und wenn man ehrlich zu sich selbst ist und die ein oder andere Diät in seinem Leben durchgezogen hat, dann weiß man um das Gefühl, das in solchen Situationen auftreten kann.

Vor allem dann, wenn man sich am Anfang seiner Umstellungs- und Neuerlernungsphase befindet und sich zum ersten Mal mit den wichtigen „Details“ auseinandersetzt, wie Kalorien und Makronährstoffe.
Das, was ich auch gerne als „bewusstes Essen“ bezeichne und der erste Schritt für eine langfristige Ernährungsumstellung ist. Ein wichtiger Lernprozess, der keinem erspart bleibt, der es wirklich ernst meint und nicht auf kurzweilige Erfolge aus ist.

Der Blauf ist immer der Gleiche: Es folgen Hilferufe per Email, Whatsapp oder panische Anrufe, weil man plötzlich das Gefühl hat die Kontrolle zu verlieren, nachdem man die letzten Tage fleißig gewogen, gemessen und sich größtenteils selbst versorgt hat.
Für das Öl kam der Esslöffel zum Einsatz, der Reis wurde abgewogen, das Fleisch möglichst fettarm zubereitet und alles fleißig protokolliert –  und jetzt soll man das alles verwerfen?!

Wie viel Reis bekomme ich auf den Teller, wie viel Öl nutzt der Koch beim Braten und wie viel Fett enthält die Soße?
Ich bin mir sicher, dass auch DU diese Situation kennst, aber vielleicht hast du einen entscheidenden Vorteil auf deiner Seite und das ist die Erfahrung. Wer über einen längeren Zeitraum sein Essen getrackt hat, der bekommt nun mal ein gutes Gespür für Mahlzeitengrößen, Kalorien & Co. Das Szenario welches ich als stiller Beobachter bei Restaurantbesuchern sehe: Um auf Nummer sicher zu gehen, landet bei einem Großteil der Leute ein Salat mit Hähnchen auf dem Teller und natürlich wird das Olivenöl und Balsamico-Essig separat serviert.

Brot als Beilage ist tabu. Weizen macht schließlich dick (meine treuen Leser wissen es besser :P).

Ist das tatsächlich die Lösung? Hat dir das vielleicht sogar dein Trainer im Fitnessstudio oder Coach empfohlen? Klopf ihn in die Tonne!
Das wird nicht der Weg sein, den du langfristig gehen möchtest. Das ziehst du vielleicht die ersten Wochen (oder meinetwegen auch etwas länger) durch, solange deine Motivation noch durch die Decke schießt, aber irgendwann kommt der Moment, wo du dein Stück Pizza vermisst oder deinen Teller Pasta mit gutem Gewissen essen möchtest.

In unserem Unterbewusstsein verbinden wir damit automatisch Assoziationen, wie „Kalorienbombe“ und „Diätsünde“ und landen somit auf der Tabu-Liste. Mit Ersterem liegt man nicht ganz verkehrt, aber entscheidend ist wie man damit umgeht. Ich und viele andere haben über die Zeit gelernt mit solchen Situationen bestmöglich umzugehen ohne sich großartig Gedanken machen zu müssen, ob man dadurch sein Ziel sabotiert.
Auch hier lautet die Devise: Bewusst Essen und reflektieren.

Ist es ein spontanes Essen, stelle ich mir die Frage: Was habe ich heute bereits gegessen?
Ich lasse in solchen Momenten den Tag Revue passieren oder schaue in meine App rein, wie mein aktueller Stand ist.
Wie sieht mein Kalorienkonto aus und wie viele Kohlenhydrate, Fette und Proteine sind offen? Darauf basierend treffe ich meine Entscheidung.

„Statt Pommes bitte eine Portion Reis und von dem Gemüse und Grillfleisch darf es ruhig mehr drauf. Joghurtsoße bitte nicht zu viel. Vielen Dank“ Freundliches Lächeln hinterher. Wirkt Wunder. Natürlich muss man ein wenig Feingefühl entwickeln und ein Gespür dafür bekommen, doch wie in allen anderen Lebenslagen gilt auch hier: Übung macht den Meister! Umso häufiger man solchen Situationen ausgesetzt ist und damit konfrontiert wird, desto besser wird man.

Genau aus diesem Grund halte ich protokollieren, wiegen und messen für einen unausweichlichen Part des Lernprozesses – zumindest am Anfang. Man entdeckt plötzlich, wie viel Fett in einer Portion Pommes enthalten sind, wie groß der Unterscheid zwischen Hackbällchen und Grillfleisch ist und wie kalorienreich eine „leichte“ Joghurtsoße sein kann.
Noch einfacher gestaltet es sich, wenn man bereits im Vorfeld weiß, was einen erwartet und der Restaurantabend geplant ist.
Ein Tipp den ich gerne gebe: Schau dir nach Möglichkeit die Karte im Vorfeld Online an und suche dir was passendes raus. Dann plane ein wenig im Voraus.

Du hast heute Abend Lust auf eine Pizza? Es muss nicht gerade eine XXL oder 4-Käse Pizza sein, genauso wenig,  wie es nur ein Stück Pizza mit Gemüse sein muss.
Lass einfach die Vernunft und deinen gesunden Menschenverstand walten. Das heißt aber auch, dass du eventuell den restlichen Tag etwas umgestalten musst, um dir möglichst viele Kalorien für den Abend als Puffer offen zu halten.

Je nachdem wie dein aktueller Stand ist, mehr oder weniger. Eine knackige Sporteinheit an dem Tag kann auch gute Dienste leisten, um mehr Puffer zu schaffen.

Ein paar Strategien, wie ich das persönlich empfehle und angehe, habe ich in einem Video erläutert:

 

Nur mal am Rande erwähnt: Ich finde Fast-Food Ketten á la Subway & Co gar nicht so schlecht, wenn es um das Food-Tracking geht. Der Vorteil hier ist, dass alle Speisen per Food-App zu fast 100% nachvollziehbar sind und eine bessere Kontrolle gewährleisten, als der Teller Nudeln beim Italiener, das Curry beim Inder oder der gebratene Reis beim Asiaten.

Es gibt viele Wege und Möglichkeiten, um sich das Leben leichter zu gestalten ohne das Gefühl zu haben, man müsse ständig verzichten, kein soziales Miteinander pflegen und isoliert von der Außenwelt leben.
Der wichtigste Part an der Sache ist sich im Vorfeld Gedanken zu machen, bewusst zu entscheiden und nicht nur nach Lust und Laune zu essen. Beachte diese Punkte und du wirst spielend leicht deinen nächsten Restaurantbesuch bewältigen ohne den nächsten Tag fasten zu müssen oder stundenlanges Training zur Schadenskontrolle zu betreiben.

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spaß beim nächsten Restaurantbesuch und hoffe, dass euch diese Tipps einen schöneren und genussvolleren Abend bescheren.

Teilt diesen Beitrag und markiert gerne auch andere Personen, um sie auf diesen Bericht aufmerksam zu machen.

Euer Fitnesskoch

Q

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.